Der PinbArcade

Nach dem ich weit über 10 Jahre schon über einen Multi Emulator Build nachgedacht habe,
und dann noch über virtuelle Pinballs gestolpert bin, baute ich 2014 den PinbArcade.
Pinball - Arcade - Bartop

Diese Seite widmet sich der Entwicklung des PinbArcades. Je nachdem von woher du auf
diese Seite kamst, kennst Du vielleicht die PinbArcade Landingpage.

Über den PinbArcade

Was kann der PinbArcade?

Der PinbArcade basiert auf einem Windows PC, und ist über Software nahezu beliebig erweiterbar. Durch das platzsparende Gehäusedesign mit seinen 2 Bildschirmen, bringt der PinbArcade Spielhallenfeeling ins Wohnzimmer.

• Virtuall Pinball

Spielt virtuelle Flippertische mit Visual Pinball und Future Pinball. Als Frontend läuft Pinball-X (oder auch Hyperspin)

• Arcade Automat

Dank dem populären MAME Emulator, spielt der PinbArcade eine vielzahl an Arcade Klassikern mit authentischem Feeling.

• Multi Console Emulator

Die beliebten Spielkonsolen vergangener Tage unter einer Haube.

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Features

Hier ein kurzer Überblick über die Features des PinbArcade. Natürlich ist das Projekt immer mal wieder in der Weiterentwicklung. Den Prototyp habe ich 2014 gebaut.
(Wenn man nicht immer so viel anderes zu tun hätte... :)

Stabile Konstruktion

Das Gehäuse besteht aus MDF in den Stärken 12 mm und 16 mm.

Funktionales Design

Platzsparend durch Neigung des Playfield Monitors.

Entspiegeltes Glas

Beide Monitore sind hinter 3 mm starkem, entspiegeltem Floatglas.

Dual Screen, Dynamic View

24 Zoll Playfield Monitor, 17 Zoll Backglass Monitor.

Echte Arcade Controls

Joystick und Pushbuttons in Arcade Qualität.

Energiebewusst

Master/Slave Schaltung für Abschalten der Komponenten.


LogoThe Build...

Der PinbArcade 1.0 entstand zwischen Oktober und Dezember 2014. Ich habe im Nachinhein diese kleine Dokumentation mit einigen Bildern vom Bau, und dem fertigen PinbArcade erstellt.
Beim Design entschied ich mich für ein Thema, welches den Spirit der Arcades sehr schön widerspiegelt, und für sich selbst für 3 Jahrzente Games steht: Tron Legacy!
(Alle Rechte zur Tron Legacy bei "The Walt Disney Company")

Aber nun endlich zum eigentlichen Projekt.

Nachdem meine ursprüngliche Idee von Codename E.V.E. (emulate virtually everything) noch gedanklich um das Projekt Virtual Pinball erweitert wurde, warf ich meine bisherigen Entwürfe, die eher richtung normales Arcade Cab gingen, kurzerhand komplett über Board. Nun sollte der Flipper im Vordergrund stehen, aber trotzdem wollte ich auf dem gleichen Gerät auch ein gutes Arcade Erlebnis, und eine Emulation der gängigen Konsolen realisieren.
Gleichzeitig sollte das Gerät nicht so groß sein wie ein normaler Pinball, denn ich hatte schlicht den Platz nicht dafür. Und die Idee, das als Kombination, in einer kompatiblen Größe für kleine Wohnungen zu entwicken war geboren. Es sollte auch ein Tischgerät (Bartop) werden. Denn damit ist man flexibler was die Aufstellung angeht. Wenn man möchte ließen sich ja trotzdem Flipperbeine montieren.

Ich hatte noch einen 24 Zoll Monitor übrig, da ich gerade auf 2 x 27 Zoll aufgerüstet hatte.
Also wurde das als Playfield eingeplant, und die weitere Entwicklung baute sich um den Monitor herum auf. Auch wollte ich nicht wie viele andere den Monitor strippen, sondern legte Wert auf einfachheit und möglichen Austausch ohne viel Aufwand. Ich hatte im Hinterkopf, dass ganze eventuell zu einem größeren Projekt zu entwickeln. Könnte ja sein, dass andere auch einen haben wollen.

3D Design PinbArcade

Das Design entwickelte ich mit einer 3D Software, da man so schnell entwickeln und Änderungen vornehmen kann, und dabei maßhaltig bleibt, und daher gleich sieht was klappt und was nicht.

Beim verwendeten Rechner plante ich ebenfalls einen kleinen Desktop PC ein, den man am Stück entnehmen kann, um Wartungen oder Reparaturen, oder gar einen Austausch durchzuführen.

Letztlich plante ich eine für mich bequeme Position, ausgehend von der Annahme das Gerät auf einem Tisch abzustellen, als Grundlage ein. im 3D Programm konnte ich so die Neigung des Playfields einstellen, und erkennen, wie ich das Gerät sehen und bedienen würde.
Gleichzeitig konnte ich den benötigen Platz der Komponenten abschätzen, und endschied mich für einen 17 Zoll Monitor als Backglass, der im Falle von Arcade- und Konsolenspielen der Hauptmonitor sein wird.
Und natürlich wollte ich dafür den benötigten Joystick samt Buttons unterbringen. Ach ja, wie man unschwer erkennen kann, ist das Gerät als 1 Player Maschine konzipiert. Mann kann allerdings auch wireless Xbox Controller, oder USB Controller verwenden um mit 2 Personen spielen zu können.

Die aus diesem funktionalen Design entstandene Optik sagte mir auch zu, und mein PinbArcade war geboren.

Die Hardware

Die Hardware ist nach heutigem Stand nicht sonderlich stark, reicht aber für diese Zwecke aus. Bei neueren Flippertischen könnte die Grafikkarte etwas mehr Bums gebrauchen. Aber dann muss auch ein anderen Netzteil rein. Da ich in der Zwischenzeit aber eine 2. Version gebaut habe, wird an V1 nichts mehr geändert.

• LENOVO THINKCENTRE M58p CORE 2 DUO E8400 2x 3GHz 4GB 160GB Festplatte
• GeForce GT 220
• 2TB Festplatte für ROMS
• 17" TFT MONITOR DELL E177FP 1280x1024/75Hz
• 24" Acer TFT 243w 1920x1200/60Hz

Konstruktion

Nach dem ich das Design fertig hatte, übertrug ich es auf druckbare Pläne, und ging zu einem lokalen Schreiner, der mir das MDF zusägen konnte. Ich habe keine Werkstatt und in der recht kleinen Wohnung wollte ich nicht anfangen zu sägen. Außerdem wollte ich ein präzisen Schnitt, und gerade die langen Seitenteile mit der Schräge des Playfields sind nicht so einfach. Material hatte ich eh nicht, und so war es auch nicht viel teurer das gleich sägen zu lassen.
Buildung the PinbArcade

 

Die Elemente wurden mit Metallwinkeln verschraubt. Und so entstand nach und nach die gewünschte Grundkonstruktion. Die MDF Verstrebungen wurden mit VESA Lochabstand gebohrt, um den Monitor daran zu fixieren.

Die Hardware wurde grob ausgerichtet um zu prüfen ob die Planung aufgeht.

Buildung the PinbArcade

Buildung the PinbArcade

 

Anschließend wurde das Gehäuse geschliffen und schwarz lackiert.

Buildung the PinbArcade


In der Zwischenzeit wurde bei einem Freund mein Design auf Klebefolie gedruckt und mit Schutzlaminat versehen.

Buildung the PinbArcade

Auf dem extra stärkeren Brett für die Steuerung wurden entsprechene Löcher mit einem Forstnerbohrer gemacht, und Arcadestick und Pushbuttons eingebaut. Dann wurde das benötigte Kabel konfektioniert und angelötet.

Buildung the PinbArcade

Anstatt auf ein Standard Interface verbaute ich wieder herumliegende Hardware, und so wurden für die komplexe Steuerung 2 PS1 Controller und ein USB/PC Adapter verwendet. Entsprechende Pläne findet man im Web. Die beiden Controller belegen so nur 1 USB Port.

Buildung the PinbArcade
Das Controllerboard verleiht dem Gehäuse eine enorme Steifigkeit.

Buildung the PinbArcade

 

Als nächtes ging es an das Bekleben der Teil mit dem Design. Durch die verwendete hochwertige Folie mit Luftkanälen in der Klebeschicht ging das recht leicht von der Hand. Ich hatte auch tatkräftige Unterstützung.

Buildung the PinbArcade

Ich hatte über eine Möglichkeit zur einfachen Fixierung des Desktop PCs nachgedacht, und kam mit einer einfachen aber ausrechend stabilen Lösung.

Buildung the PinbArcade

 

Ich schraubte einfach vor und hinter den PC eine Leiste auf den Boden, in die ich Ösenschrauben eindrehte.
Daran konnte ich 2 starke Expander über den PC spannen und ihn so fixieren. Auf der einen Seite klemmte er press an der Seitenwand, auf der anderen war noch Platz die Master-/Slave Steckdosenleiste und andere Kabel zu fixieren.

 

Unterhalb des oberen Monitors hatte ich das Soundboard konzipiert. Es strahlt nach unten auf das schräge Playfield, und der Sound wird so schön nach vorne reflektiert. Ein Paar ausgediende PC Boxen wurden von dem Gehäuse befreit und in entsprechende Bohrungen eingesetzt. Zwischen den beiden Basslautsprechern ist noch eine Bohrung für einen weiteren Pushbutton, der als Anschalter dient.

Buildung the PinbArcade


Über eine Master Slave Steckdosenleiste werden, wenn der PC angeschaltet wird, auch die beiden Monitore und der Sound eingeschaltet. Die Leiste wurden neben dem PC fixiert.

Vom Anbringen der Gläser habe ich keine Fotos gemacht. Ich habe dafür im Baumarkt schwarze PVC Winkel gekauft, die über die komplette Länge an den Seiten angebracht sind, so dass etwa 4 mm zur oberen Kante Abstand bleiben. Die eingelegten Scheiben haben 3 mm. Unten liegt die Scheibe vorne am Controller an. Am oberen Monitor habe ich im Rahmen 3 schrauben angebracht, wo die Scheibe aufliegt.
Zum Transport würde ich diese abnehmen. Oder irgendwann mit Magneten fixieren.

Buildung the PinbArcade

 

Zum Schluss habe ich noch an den Seiten Chromleisten aus dem Automobilbereich angebracht. Das sieht edel aus, und die Hand liegt gut auf der runden Kante. Fixiert ist es mit dem werksseitig angebrachten Kleber von 3M.

Das Bezel, also der Schwarze Rahmen auf dem Glas besteht aus Plotterfolie aus dem Car-Design Bereich.

Ich denke der fertige PinbArcade kann sich sehen lassen. Die später fertiggestellte Rückseite mit dem Lüfter wird mittels Magneten angebracht.
Buildung the PinbArcade

Buildung the PinbArcade

 

Software

• Windows 7

• Visual Pinball / Pinmame

• Future Pinball

• Pinball X

• Hyperpin

• Joy2Key

• NullSoft MultiMonitor Tool

• MAME

sowie viele andere Emulatoren. Man könnte an dem System ewig weiter konfigurieren, und wie immer wird es nie fertig sein. Wenn man sich mit so etwas beschäftigt, sollte einem schon klar sein, dass es sich hier nicht um eine Out of the Box Lösung handelt, und auch nicht immer alles reibungslos funktioniert.
Trotzdem macht es einen Heidenspaß, und im Internet findet sich meist für jedes Problem eine Lösung.

Emulierte Systeme

1. Virtueller Flipper

- Pinball X Frontend
- Visual Pinball
- Future Pinball

- Aktuell ca. 120 Tische konfiguriert, etliche weitere Verfügbar

2. Arcadeautomaten und Konsolen

- Hyperspin Frontend
- 10 Systeme sind bisher konfiguriert
- MAME (xxxx ROMS)
- Nintendo NES (xxx ROMS)
- Nintendo SNES (xxx ROMS)
- Nintendo 64 (xxx ROMS)
- SEGA Master System (xxx ROMS)
- SEGA Mega Drive / Genesis (xxx ROMS)
- SEGA Mega CD (xxx ROMS)
- SEGA 32X (xx ROMS)
- SEGA Saturn (xxx ROMS)
- SONY Playstation (xxxx ROMS)

Neben den bereits konfigurierten Systemen sind etliche weitere bekannte und exotische
Systeme vorbereitet. Diese können in die Konfiguration von Hyperspin mit
aufgenommen werden. Die Palette reicht von A wie ATARI bis Z wie Zinc.

Controlls

Wie oben erwähnt, wurden 2 Playstation Controller verbaut. Da die Playstation ja noch eins meiner umzusetzenden Systeme war, musste ich sicherstellen, dass ich einen kompletten Controller nutzbar habe, aber es werden ja zusätzliche Steuerungen benötigt. Dazu habe ich die Controlls aufgeteilt in den eigentlichen Controller, und das Bedienpult an der Gerätefront.

Buildung the PinbArcade

Buildung the PinbArcade

 

Hier sieht man das Layou und die hinterlegten Tastatureingaben, die per Joy2Key umgesetzt werden.
So kann ich bei der Konfiguration der einzelnen Emulatoren schnell nachsehen, was für eine Taste ich für welchen Button verwenden muss.

Die unterschiedlichen Modi - Oder welcher Monitor ist denn nun der primäre Monitor?

Hier traf ich auf eine vormals nicht bedachte Herausforderung. Ausgehend vom Flipper war die Sache ja glasklar. Das Playfield muss der primäre Monitor sein, und der obere Bildschirm zeigt das Backglass und das DMD, das Dot Matrix Display, also die Punktanzeige und manchmal als Minispieleinlage verwendete Anzeige.

Doch was passiert wenn man sich nun entscheidet lieber ein Automatenspiel, oder ein Konsolenspiel zu spielen? Und wie sollte man den Wechsel der Modi realisieren?

Hier habe ich eine Weile recherchiert und diverse Sachen versucht. Ich denke aber eine ziemlich coole Lösung gefunden zu haben. Problemstellung war, dass bei Arcadespielen, wenn man den oberen Monitor nutzen will, und das war ja mein Plan, eben dieser obere Monitor zum primären Monitor werden muss. Aber was sollte dann mit dem unteren Monitor werden?

Ich fand das MultiMonitor Tool von NirSoft. Ein kleines Tool, dass es erlaubt verschiedene Monitorkonfigurationen anzulegen, und per Kommandozeile diese Konfigurationen aufzurufen. Nun musste ich einiges versuchen, bis ich die für mich ideale Lösung gefunden hatte.

Im Flipper Modus ist der untere Monitor Primär, Auflösung 1920x1200@60Hz/32Bit und der obere Monitor Sekundär, Auflösung 1280x1024@75HZ/32Bit.

Im Arcade Modus ist der untere Monitor komplett deaktiviert. Der Obere wird zu dem primären Monitor und behällt ansonsten seine Einstellungen. Diese Hürde war also geschafft, und es funktionierte einwandfrei.

 

Jetzt musste ich nur noch eine Lösung finden, dass bequem umschaltbar zu machen. Dazu nutzte ich die Fähigkeit das MultiMonitor Tool per Eingabeaufforderung bedienen zu können, und schrieb 2 mini Batchdateien, die das jeweilige Monitorprofil laden, und danach das Frontend, entweder Pinball X, oder bei Arcade eben Hyperpin starten.

Eine Standardfunktion in Windows ist es, Verknüpfungen auch mit Tastenkombinationen starten zu können. Das ist immer eine Kombination von CTRL+ALT + einer weiteren Taste. in meinem Fall sind das die Buttons 1 und 2 an meinen Frontcontrolls. Ich halte also am oberen Controller die Buttons 1+2 gedrückt, und wähle dann 1 oder 2 an der Front. Die Batchdatei tut das was sie soll, und ich habe entweder den Flipper, oder eben Arcade/Konsolenmodus. Die gleiche Batchdatei sorgt per Autostart dafür, dass das Gerät beim Anschalten immer zuerst im Flippermodus ist.

PinbArcade V2.0

Nun, im September 2016, also ziemlich genau 2 Jahre nach dem ich die erste Version gebaut habe, entschloss ich mich zum Bau einer neuen Version.Die neue Version wurde eher eine Evolution, und neben einem leistungsfähigeren Rechner, und einem größeren Monitor für das Backglass, sind es eher Detailverbesserungen.
Das visuelle Thema ist diesmal "Guardians of the Galaxy"!

Über den PinbArcade2.0

Über mich

Ich bin Ralf, geboren 1974 und aufgewachsen mit Commodore 64, Amiga, Sega, Nintendo, Playstation und Co.
Seit Ende der 90er beruflich im Bereich IT und Mediendesign tätig.
Natürlich habe ich auch andere Interessen, aber Computer- und Konsolenspiele, sowie Flipper und Arcade haben mich schon immer fasziniert. Leider gab es in Deutschland, abseits der Großstadt keine wirkliche Arcade Kultur. Die ersten Spielautomaten sah ich im Einkaufszentrum, beim Einkauf mit den Eltern. Aber die ersten DM Stücke in Galaga, Frogger oder Donkey Kong sollten mich auf ewig binden.

Ralf@PinbArcade